Aktuelle Neuigkeiten aus Uedorf

Uedorfer Turnhalle wird 2016 zur Flüchtlingsunterkunft

Die Stadt Bornheim hatte eingeladen zum Bürgergespräch zum Thema "Flüchtlinge in Bornheim - Unterbringung und Betreuung in Uedorf" und viele kamen. Auf reges Interesse stieß das Thema nicht nur bei den Anwohnern aus Uedorf, sondern auch bei den Eltern der Schüler der Verbundschule, auf deren Gelände im kommenden Jahr die Turnhalle zur vorübergehenden Flüchtlingsunterkunft umgestaltet werden soll.

Wenngleich die Stadt Turnhallen als letzte Möglichkeit für solche Unterkünfte sieht, sei ein Punkt erreicht, an dem keine anderen Alternativen mehr bestünden, so Sozialdezernent der Stadt Markus Schnapka. Nach einer Einführung in die Flüchtlingsproblematik auf der Welt, in Europa, in Deutschland und in Bornheim teilte Schnapka Einzelheiten zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle der Verbundschule mit. Nach planmäßigen Sanierungsarbeiten an der Hallendecke und an der Heizung im Januar und vorbereitenden Arbeiten sollen am 8. Februar die ersten Flüchtlinge aus Krisengebieten dieser Welt in der Turnhalle Zuflucht finden. Die Halle soll Kapazitäten für 60 Personen bieten. Ein Cateringservice, Sozialarbeiter und zusätzliche Hausmeisterkräfte sowie ein Sicherheitsdienst sollen für die nötige Infrastruktur sorgen. Um für alle Beteiligten eine sichere und akzeptable Situation zu schaffen, sollen ein Toiletten- bzw. Sanitärcontainer aufgestellt und der Schulhof durch einen Zaun getrennt werden. Frühestens Ende Mai 2016 wird geprüft, ob die Turnhalle wieder geräumt und der ursprünglichen Nutzung zugeführt werden kann.

Markus Schnapka wies in seinem Vortrag auch dankbar auf die zahlreichen ehrenamtlichen Kräfte im Stadtgebiet hin, die sich in der Flüchtlingsproblematik engagieren und regte an, sich einer vorhandenen Initiative anzuschließen oder alternativ über die Gründung einer eigenen für die Uedorfer Unterkunft nachzudenken.

Nach dem Vortrag hatte der Sozialdezernent zu Fragen und zur Diskussion eingeladen. Diese Möglichkeit wurde vielfältig genutzt. Unter anderem kam die Frage auf, wie die Entscheidung für die Uedorfer Halle zustandegekommen sei. Laut Schnapka war die Wahl mittels eines Punkteverfahrens, in dem Aspekte wie z.B. die Verkehrsanbindung und die im Vergleich geringsten Hallennutzungszeiten berücksichtigt wurden, auf die Uedorfer Turnhalle gefallen. Für den Schulsport der Verbundschule wurden offenbar bereits ausreichend freie Hallenzeiten in Hersel gefunden, während für den Vereinssport noch nicht genügend Ersatzzeiten in anderen Hallen akquiriert werden konnten. Anwesende Mitglieder der Vereine, die die Halle normalerweise nutzen, kritisierten die Informationspolitik der Stadt in diesem Punkt und äußerten die Sorge um die Aufrechterhaltung des laufenden Spielbetriebs.

Nach einer intensiven Fragerunde und sachlicher Diskussion verließen die Bürger die Versammlung mit vielen neuen Informationen und mit einer vorsichtigen Neugier auf die kommenden neuen Bewohner des Dorfes. Der Vortrag des Sozialdezernenten steht unter diesem Artikel als PDF-Dokument zum Download bereit.

Turnhalle der Verbundschule Uedorf
Die Turnhalle der Verbundschule Uedorf.